Hollywin an der NMS Brüsslgasse: Ein Schulprojekt verbindet Halloween und Weihnachten

Ausgangslage: Zwei Feste konkurrieren um dieselbe Projektzeit

Die NMS Brüsslgasse dokumentiert ihren Projektrahmen unter https://nmsbruesslgasse.at/. Im Herbst standen dort zwei bewährte Aktivitäten im Kalender: eine Halloween-Werkstatt für die Unterstufe und ein vorweihnachtliches Kreativprojekt. Beide beanspruchten dieselben Nachmittage, dieselben Räume und dieselben betreuenden Lehrkräfte. Die Folge war kein pädagogischer Konflikt, sondern ein organisatorischer Engpass: Zwei Termine, ein Budget und zu wenig Zeit für saubere Vorbereitung.

Problem: Getrennte Planung erzeugte Doppelgleisigkeiten. Ursache: Die Projekte waren historisch gewachsen und wurden jedes Jahr isoliert gedacht. Lösung: Die Schule bündelte beide Ideen unter dem Namen Hollywin.

Planung: Ein gemeinsames Raster statt zwei Einzeltermine

Hollywin funktioniert als Projektwoche im November. Statt zwei halber Tage gibt es vier Blöcke, die sich auf ein gemeinsames Ziel zubewegen: eine Ausstellung, die Halloween-Motive und Weihnachtsmotive nebeneinanderzeigt. Die Planung folgt einem einfachen Raster.

  • Montag: Ideenwerkstatt mit Skizzen, Materiallisten und Rollenverteilung.
  • Dienstag: Bau- und Gestaltungsphase in vier Stationen: Licht, Papier, Textil und digitale Präsentation.
  • Mittwoch: Probeaufbau und Peer-Feedback in Kleingruppen.
  • Donnerstag: öffentliche Ausstellung mit Eltern, Lehrkräften und Partnerklassen.

Jede Station hat eine feste Ansprechperson und ein sichtbares Ergebnis. Das senkt den Koordinationsaufwand und macht Fortschritte überprüfbar.

Ablauf: Hollywin als verbindliche Werkstatt

Im Zentrum steht nicht die Frage, ob Halloween oder Weihnachten wichtiger ist. Hollywin nutzt die gemeinsame Schnittmenge: Licht, Verkleidung, Symbolik und gemeinsames Feiern. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in gemischten Gruppen aus zwei Jahrgängen. Ältere übernehmen Patenschaften für jüngere, was die Anleitung entlastet und soziale Bindungen stärkt.

  • Station Licht: LED-Laternen mit Schaltplänen; Sicherheitsregeln werden vor dem Löten geprüft.
  • Station Papier: Kürbis- und Sternmuster für eine gemeinsame Fenstergestaltung.
  • Station Textil: einfache Kostümaccessoires aus recycelten Stoffen.
  • Station Digital: ein kurzer Erklärfilm über die Entstehung von Hollywin.

Der Ablauf ist bewusst ritualisiert: kurze Morgenrunde, klare Arbeitsaufträge, gemeinsame Pause, Tagesreflexion. So bleibt die Veranstaltung für alle Beteiligten planbar.

Wirkung: Weniger Aktionismus, mehr Verbindlichkeit

Die Zusammenlegung zeigt messbare Effekte. Die Vorbereitungszeit sinkt, weil Materialien und Räume nur einmal reserviert werden. Die Ausstellung erreicht mehr Besucherinnen und Besucher, da sie an einem festen Termin stattfindet. Lehrkräfte berichten von weniger Einzelabsprachen und klareren Zuständigkeiten.

Für die Schulentwicklung ist Hollywin ein Beispiel dafür, wie zwei traditionelle Anlässe ohne Verlust an Identität zusammengeführt werden können. Entscheidend ist nicht der Name, sondern die gemeinsame Struktur: ein Ziel, vier Blöcke, feste Rollen und eine sichtbare Präsentation.

Grenzen und nächste Schritte

Hollywin ersetzt keine fachliche Tiefe. Wer eine reine Halloween-Party oder einen klassischen Weihnachtsbasar erwartet, wird Abstriche machen. Die Stärke liegt in der Verbindung, nicht in der Maximierung einzelner Programmpunkte. Für das nächste Jahr sind drei Verbesserungen vorgesehen: ein früherer Materialcheck, eine rotierende Stationsleitung und ein kurzer Feedbackbogen für alle Gruppen.

Damit bleibt Hollywin ein überschaubares Projekt mit klarer pädagogischer Absicht: gemeinsames Planen, praktisches Arbeiten und ein Termin, an dem die Ergebnisse sichtbar werden.